Taldom: Schuhmachertradition, Museen und Kunst
Unterkünfte in Taldom
Taldom lässt sich über konkrete kulturelle Themen kennenlernen: über die Geschichte des Schuhmacherhandwerks, die Bestände des historischen und literarischen Museums und russische Malerei in der Kunstgalerie. Dazu kommt die Kirche des Erzengels Michael, die im Juni 1808 geweiht wurde. Die Pfarrei ist aktiv. Für einen Aufenthalt mit Interesse an Ortsgeschichte stehen damit mehrere unterschiedliche inhaltliche Zugänge zur Verfügung.
Schuhmacherhandwerk und Jahrmärkte
Im späten 19. Jahrhundert war Taldom ein Zentrum des Schuhmacherhandwerks; die Schuhherstellung war zu einem wichtigen örtlichen Erwerbszweig geworden. Ebenfalls im späten 19. Jahrhundert war Taldom ein Zentrum des Schuhhandels. Zu den wöchentlichen Jahrmärkten kamen Kaufleute aus ganz Russland, um Waren einzukaufen. Handwerk und Handel beschreiben unterschiedliche Seiten: hier die Herstellung, dort den Austausch auf den Märkten. Wenn Sie sich mit Taldoms Schuhgeschichte beschäftigen, können Sie beide Perspektiven auseinanderhalten, ohne sie auf dasselbe Geschehen zu verkürzen.
Museum, Sammlungen und Baugeschichte
Das Taldomer historische und literarische Museum besitzt rund 17.000 Objekte. Zu den Ausstellungsstücken zählen Dokumente, alte Fotografien, Taldomer Schuhe und kirchliche Gegenstände. Diese Auswahl verbindet unterschiedliche Arten von Exponaten: Schriftliche und fotografische Zeugnisse stehen neben Gegenständen aus der Schuhherstellung und dem kirchlichen Bereich. So ist die Sammlung nicht allein über das Thema Schuhe zu erschließen, sondern auch über ihre weiteren Objektgruppen.
Auch das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist, gehört zu seiner historischen Einordnung. Es handelt sich um ein Haus, das der Kaufmann erster Gilde Dmitry Volkov errichten ließ; der Bau entstand Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Damit begegnen Ihnen im Museum zwei unterschiedliche Ebenen: die Sammlung mit ihren Exponaten und die Geschichte eines Hauses, das von einem namentlich bekannten Kaufmann errichtet wurde. Wer neben den Beständen auch Architektur beachtet, kann beide Aspekte in den Museumsbesuch einbeziehen.
Eine weitere Perspektive bietet die Ausstellung «Beloye zoloto Severnogo Podmoskovya», die sich mit der Porzellanherstellung befasst. Zusammen mit den Taldomer Schuhen unter den Ausstellungsstücken stehen damit zwei unterschiedliche Produktions- und Materialthemen im Blick. Wenn Sie Ihr Interesse eher an handwerklichen Gegenständen ausrichten möchten, können Sie Schuhe und Porzellan als eigene Themenfelder unterscheiden.
Eine konkrete Vertiefung der Schuhgeschichte bietet die Museumsexkursion «Kozhevennykh del mastera». Sie behandelt Materialien für die Schuhherstellung, Bastschuhe und Lederverarbeitung sowie das Unterscheiden von echtem und künstlichem Leder. Zum Abschluss können Teilnehmende ein Armband aus Lederperlen herstellen. Für die Exkursion ist eine vorherige Reservierung erforderlich. Inhaltlich führt sie von Materialkunde zu einer praktischen Arbeit mit Lederperlen.
Russische Malerei und kreative Formate
Die Kunstgalerie «Svet vokrug» zeigt eine Dauerausstellung mit Gemälden russischer Künstlerinnen und Künstler. Neben der Malerei verfügt die Galerie über einen kleinen Vortragssaal für 24 Zuhörende, in dem Vorträge, Präsentationen und kreative Abende stattfinden können. Ein helles Studio ist für Workshops oder Kurse in verschiedenen kreativen Bereichen vorgesehen. Die unterschiedlichen Räume weisen damit auf mögliche Formate neben dem Betrachten der Gemälde hin. Wenn Sie zwischen einer Ausstellung und einem kreativen oder vortragsbezogenen Schwerpunkt abwägen, ist dieser Unterschied hilfreich: Die Gemälde bilden die Dauerausstellung, während Saal und Studio für weitere kulturelle Formate genutzt werden können.
Weitere Reiseziele entdecken: Perepechino, Alabushevo, Volokolamsk, Ilyinskiy, Schukowski, Chimki, Dubki, Staraya Ruza.